5. Tag Karben – Mannheim 95 km – Kaiserdome

Heute ist der erste Tag der Kaiserdome. Nach frühem Start kurz nach 07:00 Uhr habe ich um 12:00 Uhr und 65 km Mainz erreicht.P1020079.JPG Die Fahrt durch die Vororte von Frankfurt entlang der Nidda, später entlang des Mains waren nicht wirklich verknügungssteuerpflichtig. Lästige Radfahrer beim Morgentraining, Jogger mit Schistöcken, jede Menge Hundegassiführer, Schotterwege und Baustellen mit unübersichtlichen Umleitungen, ich bis fast verzweifelt. Die Abfahrt nach Flöhrsheim habe ich verpasst, das hat mich mindestens eine halbe Stunde gekostet, aber sonst hätte ich auch nicht Armins Imbis gefunden und keine warme Fleischwurst bekommen. P1020075.JPG Der Mainzer Dom ist natürlich beeindruckend. Lange aufgehalten habe ich mich nicht, habe den Zug nach Guntersblum genommen und Peter einen Besuch auf seinem Weingut abgestattet.P1020086.JPG Wer Peter nicht kennt, Peter ist einer der Winzer, die jedes Jahr zum Weinfest der Feuerwehr nach Munster kommen.
Danke für die Wegzehreung in Form einer leckeren Flasche Merlot! Werner, unser zweiter Winzergast aus Alzheim war leider unterwegs, aber Andrea hat mir einen vortrefflichen Riesling eingeschenkt. Dann fing es wieder an zu regnen – mich kann nichts mehr schocken! Den Dom in Worms habe ich nur noch von außen betrachtet, zu meiner Entlastung muss ich aber erzählen, dass Isa und ich während unseres Sommerurlaubs im Schatten des Domes eine Nacht im Hotel gegenüber verbracht haben. P1020088.JPG Diese Zeilen schreibe ich am PC meines Sohnes Florian in Mannheim. Der Abend ist nach einem Besuch beim Griechen lange geworden, hier an der Tastatur! Hier werde ich morgen früh mein Gepäck sortieren und alles überflüssige zurücklassen. Ab sofort müssen zwei Packtaschen reichen.

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4. Tag Fulda – Karben 92 km – Triathlon Bergwertung

Ein Tag, wie man ihn sich für eine Fahrradfahrt nur wünschen kann. TP1020072.JPGemperaturen um die 15°, kaum Wind und (fast) immer bergab auf Teerwegen. Zunächst habe ich wieder ein wenig geschummelt und die Wasserscheide zwischen Fulda und Kinzig durch den Tunnel bewältigt – schließlich will die Bahn ja auch leben. Der R3, Hessens Fernwanderweg durch das Kinzigtal ist eine Wucht. In Sachen Radwege sind die Hessen perfekt. Hier habe ich auch den ersten Jakobswegwegweiser gefunden. Ich war ganz stolz und hatte das Gefühl, dabei zu sein. Hinter Hanau, auf dem Weg zum Tagesziel in Karben, kam dann die Gehorsamsprüfung vom Frankfurttriathlon. Diese Bergwertung hat alles Bisherige in den Schatten gestellt. Ich danke an dieser Stelle Bärbel und Manfred, die mir ein luxuriöses Pilgerasyl gewährt haben.

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3. Tag Kassel – Fulda 94 km – top R1

Heute habe ich wieder guten Mut gefasst. Ein Tag fast ohne Regen. Mit sanftem Nieseln bin ich um 07:40 Uhr in Kassel gestartet. Dann wurde es trocken und um Punkt 12:00 Uhr hat sich die Sonne durch die Wolken getraut. Zunächst ging es ins Fuldatal hinunter und bis Bad Hersfeld bin ich dem hessischen Fernradweg R1 gefolgt. Einige wenige Bergwertungen haben mir klar gemacht, dass ich zu viel Gepäck dabei habe. Entschluss: Ich werde Zelt, Schlafsack, Isomatte und die ganze Küche zurück lassen und mich auf meinen Jugendherbergsschlafsack verlassen. Bei dem Regen ist mir sowieso der Gedanke ans Zelten vergangen.

Der R1 ist vorbildlich in Streckenführung und Ausschliderung und als Talradweg wärmsten zu empfehlen. Eine Einschränkung gibt es aber doch: Außerhalb der Ferienzeit sind die Radlertankstellen bestenfalls am Wochenende geöffnet. Meine Trinkflaschen habe ich in einer Gärtnerei aufgefüllt. In Bad Hersfeld hat der Tageskilometerzähler 85 km angezeigt. In realistischer Selbsteinschätzung habe ich mich dazu entschlossen, für die restlichen 55 km den Regionalverkehr zu unterstützen.

P1020066.JPG In Fulda musste ich als erstes die Regenjacke wieder anziehen. Den obligatorischen Stempel habe ich in der Touristinformation erhalten. Der Bischof war gerade anderweitig beschäftigt. Ich bin ein ziemlich lausiger Pilgerer. Ein Bild vom Dom außen, ein Bild vom Chor und dann nichts wie ab in die Jugendherberge – wie üblich eine Bergankunft. Kleines Zimmer – WuG, Klamotten gewaschen, mit zwei Schulklassen Spagetti gegessen und für den Rest des Abends den Internet-PC blockiert.

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2. Tag Hannover – Kassel 64 km – noch mehr Regen

Der zweite Tag begann, wie der erste geendet hatte. Es regnete, nur noch heftiger als am Vortag – von Hannover bis Kassel. Nach Start um 07:10 Uhr habe ich den kürzesten und mit Sicherheit asphaltierten Weg nach Hildesheim genommen – den Radweg entlang der B6. Es ist wahrlich kein Vergnügen, wenn dann die LKWs mit 100km/h P1020056k.JPGan einem vorbei rauschen. In Hildesheim folgte die nächste Pleite. Der Dom, mein erstes offizielles Ziel, ziert sich zur Zeit mit einem Baugzaun und kann in den nächsten vier Jahren nicht besichtigt werden. So lange konnte ich wirklich nicht warten. Als kleinen Trost habe ich mir das Siegel des VICARATUS GENERALIS EPISCOPALIS HILDESIENSIS in meine Pilgerpass drücken lassen. Und einen Cafe Latte gab es von der Generalvikarvorzimmerdame gratis dazu.

Bin dann bis Nord Stemmen gefahren und nichts wie ab in den RegioExpress. Mit Umsteigen in Göttingen habe ich dann Kassel erreicht. Kassel ist für Radfahrer nicht geeignet, zumindest nicht in der Innenstadt. Noch mal 16 km und Tante Gertrud hat mich vom feinsten bewirtet – nach dem ich mich trocken gelegt hatte.

An den ersten zwei Tagen habe ich die Regenmenge abbekommen, die ich in den ganzen 6 Wochen erwartet hatte – wollen mal sehen wie es weiter geht.

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1. Tag Munster – Hannover 95 km – Regen

Start zur ersten Tagesetappe war um 10:40 Uhr in Munster. Freund Gerd hat mich 25 km bis Bergen begleitet. Für den ersten Tag der Tour – ein Tag zum vergessen. Es hat nur einmal geregnet – den ganzen Tag. Insgeamt 95 km von Munster über Wietzendorf , Bergen, Winsen, Wietze, Fuhrberg nach Hannover. Die Fahrradwege führen auf dieser Strecke überwiegend durch Feld und Wald und sind oft unbefestigt. Bei Dauerregen kann sich jeder vorstellen, wie ich in Hannover bei Freund Erwin angekommen bin. Das ließ sich nur noch mit der Kübelspritze richten. Ein heißer Tee, ein gutes Essen und ein leckerer Schlummertrunk haben mich wieder zu Kräften kommen lassen.

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Abschied

Abschied ist ein scharfes Schwert – heißt es. Isa ist nicht wirklich glücklich darüber, dass ich 6 Wochen auf Tour gehe. Wir haben aber in aller Form Abschied gefeiert. Am Freitag im Gottesdienst in der St. Stephanusmilitärkirche, danach meinen Geburtstag, der ja mit meiner Versetzung in den Ruhestand zusammen fällt, den Abschied für die Tour und heute morgen war es so weit, Frühstück mit Nachbar Wolff und es ging los.

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Credencial del peregrino

CredencialHeute hat die Deutsche Jakobusgesellschaft e.V. mit Sitz in Aachen den Pilgerausweis geschickt. Damit ist ein weiterer Baustein der Vorbereitungen gesetzt. Dieses CREDENCIAL bestätigt, dass der Pilgerer auf traditionelle Weise zu Fuß, mit dem Rad oder zu Pferd nach Santiago de Compostela unterwegs ist. Für mich als Radfahrer gilt, dass ich mindestens die letzten 200 km des Weges durch Stempel von Pilgerherbergen, Kirchenbüros oder anderen offiziellen Stellen belegen muss.

Das Credencial weist den Jakobspilger aus. Es gibt keine Rechte, sondern verpflichtet dazu, sich in Auftreten und Verhalten als Pilger zu erweisen. Es ermöglicht gegen geringes Entgelt oder angemessene Spende Unterkunft in den Refugios, das sind Pilgerherbergen entlang des Jakobsweges.

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Testfahrt

Heute habe ich eine gute Gelegenheit genutzt und habe mich der Trainingsfahrt unser Radrennspezialisten angeschlossen. Ich habe mein Rad voll bepackt mit meiner gesamten Ausrüstung einen ganzen Tag getestet.

TestfahrerDas Rad ist fit, aber mit dem Einbau der neuen Federgabel wurde auch die Befestigung des Lowriders verändert. Jetzt sind die Fronttaschen nur noch mit Gewalt zu befestigen. Die Befestigungsschrauben müssen gekürzt werden. Sorgen machen mir auch die Aufhängungen der Taschen. Nach 10 Betriebsjahren wirken sie ausgeschlagen und ich fürchte Brüche des ausgehärteten Materials. Vorsorglich habe ich mir schon Ersatzteile besorgt. Nach 111 km scheint ansonsten alles in besterm Zustand zu sein.  Ich fühle mich fit, vielleicht ein wenig müde, aber der Popo hat gehalten.

Zum Start hatten sich heute Morgen 20 Radbegeisterte getroffen und wir haben den Tag mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Nach dem obligatorischen Foto ging es auf Tour. Die Roadrunner stürmten mit ihren Rennmaschienen los und ich bin dann mit meinem Lastesel hinterher gefahren. Die Gesamtstrecke von 126 km habe ich ein wenig abgekürzt und mich mit insgesamt 111 km begnügt, darin sind aber auch die An- und Abfahrt zu Start und Ziel enthalten.


Für mich wurde es eine ruhige Fahrt bei bestem Radfahrwetter durch die Lüneburger Heide. Wer aber glaubt, die Heide sei ein flaches Gelände, der hat noch nicht die Täler von Luhe, Lopau und Gerdau durchquert, die die Endmoränenlandschaft der letzten Eiszeit geformt haben.

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Vorbereitungen

Die Vorbereitungen für die Pilgerreise nach Santiago machen Fortschritte. Das Fahrrad ist generalüberholt, das Kartenmaterial ist vollzählig und die Streckenplanung ist abgeschlossen. Der Start wird am 26. September sein. Für den einwandfreien technischen Zustand meines Rades hat Dennis Woelke, Fahradmechanikermeister im Fahrradhaus Sandau in Munster gesorgt.

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